Freiwillige Feuerwehr Stadt Osterhofen

Gründung

Aber wir kam es nun zur Gründung des Freiwilligen Feuerwehr-Corps der Stadt Osterhofen?

„Osterhofen, 9. November 1865. Gestern Abends zwischen 8 und 9 Uhr brach in dem Oelschlage des Hrn. Köck an der Straße zur Eisenbahn ein Feuer aus, welches bei der herrschenden Windstille und den vereinten Bemühungen zum Lohne nicht weiter um sich griff, sondern auf das einzige Gebäude beschränkt wurde.“

An Versicherungsgeldern wurden für diesen Brand ausbezahlt an: Lorenz Köck 7306 fl. 4 kr., Mathias Vogl 5 fl. 54 kr.

Ein weiterer Artikel hierzu: „Osterhofen. Der am Mittwoch den 8. d. M. stattgehabte Brand hat die Veranlassung zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr gegeben. Bei der zu diesem Zwecke am 11. d. M. abgehaltenen Versammlung sind 8 Männer gewählt worden, welchen die Entwerfung der Statuten und die Reorganisierung des Ganzen übertragen wurde. Wer die Nützlichkeit einer freiwilligen Feuerwehr kennt, der kann zu dem zeitgemäßen Unternehmen nur Glückwünschen.“

Doch lies diese Reorganisierung des Freiwilligen Feuerwehr-Corps der Stadt Osterhofen

bis zum Gründungsdatum 10. Juli 1868 noch einige Zeit vergehen.

In der „Zeitung für Feuerlöschwesen“ dem Heimatorgan für die bayerischen Freiwilligen Feuerwehren ist in der Ausgabe Nr. 20 vom 15. Oktober 1869 zu lesen: Osterhofen (Niederbayern): Ueber die Gründung des freiwilligen Feuerwehrcorps Osterhofen folgendes. Am 10. Juli v. J. constituirte sich das Corps und durch die anerkennenswerte Operwilligkeit des Stadtmagistrates und der Stadtbewohner (ersterer spendete 200 fl., letzterer sofort 120 fl. und einen jährlichen Beitrag von 80 fl.) konnte man das Nöthige sofort anschaffen. Die umliegenden Gemeinden spendeten zusammen eine Summe von 70 fl., auch andere Wohlthäter, unter denen Herr Apotheker Ludw. Sell von hier rühmenswerth zu nennen, fanden sich, so daß das Corps jetzt 20 Mann Steiger und 10 Mann Retter zählt, die mit Helm, Gurte, Seil und Beil ausgerüstet sind; weitere 10 Mann Retter sind mit Helmen versehen. Die Zahl unserer Spritzenleute ist 20 und die der Werkleute 16. Weitere 20 Mann sind vom Stadtmagistrat verpflichtet worden, bei den jährlichen zwei Hauptübungen und bei einem Brande die Saug- und Druckspritze bedienen zu helfen. Vorstehende 76 freiwillige und 20 verpflichtete Männer stehen unter dem Commando 1 Hauptmannes und 4 Zugführer. Außerdem zählt das Corps 1 Schriftführer, 1 Arzt, 1 Chirurgen und 1 Schlosser. An Requisiten besitzt dasselbe: einen Requisitenwagen mit Schubleiter, 2 langen und 2 kurzen Anstellleitern, 3 Hacken- und 6 Dachleitern, 2 Rettungskörbe nebst Spindel, Feuerhacken, Schlauchbrücken, Laternen u.. Zu den Uebungen steht dem Corps eine 3 Stock hohes hölzernes Steighaus zu Gebote. Die vier vorhandenen Löschmaschinen sind Eigenthum der Stadtgemeinde und jetzt in vortrefflichem Zustande. In nächster Zeit wird das Corps eine neue Acquisition machen. Durch die dankenswerthe Bemühung des k. Bezirksamtmannes Herrn Gossinger von Vilshofen wird dasselbe nämlich eine neue Saug- und Druckspritze mit 590‘ Schläuchen als Distriktsspritze (von Engelhardt & Co. in Fürth) erhalten.

In den Statuten des Freiwilligen Feuerwehr Corps der Stadt Osterhofen heißt es unter § 4.:

            „Das Corps besteht aus den durch Einzeichnung in die Listen am 10. Juli 1868 beigetretenen Bürger, Bewohner und Arbeiter der Stadt Osterhofen; dann aus denje-nigen, welche seit diesem Tage beitraten und künftig noch beitreten werden.“

Mit Hilfe des vorhandenen Stammbuches und Niederschriften des Verwaltungsrathes kann folgende Aufstellung an Gründungsmitglieder und Chargen (Amt, Rang) teilweise rekonstruiert werden:

Hauptmann

Kassier

Zeugwart

Spritzenmeister

Spritzenführer

Spritzenmeister

Zugführer d. Spritzenzug

Rottenführer d. Schlauchleger

Zugführer d. Steiger

Zugführer d. Retter

Rottenführer d. Retter

Signalist

Standartenträger

Josef Bauernfeind

Ludwig Sell

Dominikus Rest

Franz X. Schneider

Franz Schratzmeier

Anton Reitberger

Joh. Nepomuk Terzer sen.

Heinrich Städler

Kaspar Hopfensberger

Josef Hinker jun.

Anton Bauer

Sebastian Aschenbrenner sen.

Xaver Rheinwald

Xaver Brauneis

Joh. Nepomuk Weingartner

Anton Biller

Karl Hällmayer

Wilhelm Schedel

Franz Bauer sen.

Josef Glashauser

Josef Hällmayer

Xaver Schlag sen.

Georg Schedel

Josef Friesl

Jakob Sieghart

Michael Rauch

Stadtschreiber

Apotheker

Posamentierer & Bortenmacher

Schuchmacher

Wagner

Steinmetz

Schlossermeister

Hafner

Hafner

Kaufmannssohn

Drexler

Musiker

Schneider

Goldarbeiter

Schutzmann

Seiler

Glaser

Nagelschmied

Kammmacher

Schneider

Zinngießer

Conditor

Nagelschmied

Hutmacher

Spenglermeister

Wagnermeister

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