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Die letzten Einsätze

Bleibt die Feuerwehr auf der Strecke

Corona – Pandemie bremst Floriansjünger-Ehrenamt als Säule der Gesellschaft aus

 

Die Corona-Pandemie stellt die Freiwilligen Feuerwehren Osterhofen und Künzing vor große Herausforderungen. Übungen sind eingestellt, Lehrgänge untersagt, Treffen der Kameraden verboten. Die Kommandanten Manfred Ziegler und Stefan Leder sowie die engagierten Betreuer der Kinder und Jugend führten Nachwuchsprobleme. Der Blick in die Zukunft ist alles andere als rosig und sollte keine Richtungsänderung der Verantwortlichen erfolgen, scheint es, als werde das Corona-Virus die Feuerwehr ausbremsen.

 

Während für Bedienstete des öffentlichen Dienstes der sogenannte Corona-Bonus ohne jegliche Diskussionen durch gewunken wurden, sich im Gegenzug engagierte Pflegekräfte diese Zulage aber erst hart erkämpfen mussten, gehen vom stundenlangen Maskentragen geplagte Verkäuferinnen wohl leer aus. Die lautstark auf sich aufmerksam machende Kunst- und Kulturbranche steht fast vor dem Aus.

Allerorts und branchenübergreifenden Hilferufe sind tagtäglich vernehmbar. Immer mehr geraten Menschen in den Hintergrund, die dieses Gesellschaftssystem durch Einsatz ihres eigenen Lebens erst am Laufen halten: Die Ehrenamtlichen. Hier jedoch sind nicht Ehrenamtliche gemeint, die sich in irgendwelcher Form für ihr eigenes Vergnügen in Sport- oder anderen Gesellschaftsvereinen organisieren, obwohl diese sicherlich ihre Berechtigung haben. Gemeint sind diejenigen, die uneigennützig ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um anderen in Not geratenen Menschen zu helfen.

 

Aktive Feuerwehrleute machen keine Schlagzeilen in der Boulevard-Medien, füllen keine Feuilletons großer Zeitungen. Während schier alle nach Finanzhilfen schreien, verlangen sie für ihre, meist in der Freizeit abseits des Lampenlichts ausgeübten Tätigkeit keinen Cent. Der  derzeit in Mode gekommene Applaus, bei der Feuerwehr Fehlanzeige. Ohne sie wäre die Gesellschaft eher lebensunfähig. Vonseiten der Politik als Säule der Gesellschaft hervorgehoben und daher einmal im Jahr zu Weihnachten mit einem Dankeschön bedacht, von vielen Bürgern leider nicht wahrgenommen, versehen Feuerwehrleute einen kaum zu bezahlenden Dienst. Dieser scheint jedoch zu Zeiten der Corona-Pandemie und den Vorgaben zum Lockdown eher auf der Strecke zu bleiben. Alle Zusammenkünfte abgesagt. Die allermeisten Bürger wird es freilich nicht interessieren, ob die Feuerwehr nun ihre Jahreshauptversammlung abhält oder nicht. Von ganz großem Interesse dürfte jedoch sein, wie es um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr bestellt ist. Können die Aktiven nur eingeschränkt ihre Einsätze wahrnehmen, um die Corona-Regeln zu wahren und wie sieht die Zukunft aus?

 

Laufen auf Sparflamme

 

Die Hygieneauflagen treffen die Freiwillige Feuerwehr extrem. Die Situation ist sehr schwierig, so Stefan Leder, Kommandant der Feuerwehr Forsthart. Prüfen, dass jeder Maske trägt und vor allem bei Einsätzen nur noch sechs statt der bisherigen neuen Personen im Fahrzeug. Die Feuerwehr lebt und ist geprägt von Kameradschaft und findet derzeit leider nicht statt, bedauert Leder. Er sieht Übungen und Lehrgänge als unabdingbar, schließlich ist, speziell bei einem Atemschutz-Einsatz blindes Vertrauen auf die Kameraden lebenswichtig. Wir laufen sehr auf Sparflamme, sagt Manfred Ziegler Kommandant der Feuerwehr Osterhofen. Bei Einsätzen sei die Arbeit durch die Abstandsregelung erschwert, wie beispielsweise am Spreizer. Hinzu kommt, dass Gerätschaften nach jedem Einsatz gereinigt und desindiziert werden müssen, unter Einhaltung der Abstandsregeln.

Als schlimm erachten die beiden Kommandanten die sehr minimiert durchführbare Aus- Weiterbildung. Obwohl jeder der Feuerwehrleute durch Engagement eine gefestigte Grundausbildung besitzt, verinnerlichen laufende Übungen die Handgriffe immer mehr. Wie soll ich einen Maschinisten etwas erklären, wenn ich auf großem Abstand bin? , fragt Ziegler.Theorieunterricht darf nicht abgehalten werden. Besonders das Arbeiten nach einem Einsatz sehen die Kommandanten existenziell. Schließlich gelte es beim Zusammensein nach dem Einsatz, sich Abläufe auszutauschen und ein Fazit in Hinblick auf dem nächsten Einsatz zu ziehen. Besonders schlimme Erlebnisse die Psyche betreffend, wie beim Bergen von Schwerverletzten sollen hier mit kameradschaftlicher Hilfe verarbeitet werden. Besonders Tragödien mit schwer verletzten Kindern, die aus einem Unfallauto befreit werden müssen, sitzen tief und nagen an den Nerven, gibt Manfred Ziegler zu bedenken.

 

Die meisten aktiven Feuerwehrleute kommen von der Nachwuchsarbeit der Feuerwehr. Diese ist derzeit völlig ins Abseits geraten, neben Stefan Leder und Manfred Ziegler besonders die für Kinder und Jugendliche sehr engagierten Michaela Baumgartner und Sebastian Ortner. Wer als Kind zur Feuerwehr geht, der mag bei der Vielzahl aller Spiele stets die Feuerwehr an sich im Umfeld haben, sei es Mitfahren im Einsatzfahrzeug mit dem Schlauch spritzen und vieles Feuerwehrtypische, betonen Baumgartner und Ortner. Die beiden versuchen mit großem Engagement, Jugendliche durch eine Vielzahl von unterschiedlich gestalteten Gruppenstunden an den aktiven Dienst heranzuführen.

 

Kein Nachwuchs mehr

 

Sie sind dafür verantwortlich, dass sich der Nachwuchs nicht nur während der Kinder- und Jugendzeit für die Feuerwehr interessiert, sondern als oberste Prämisse, diese in den aktiven Dienst zu überführen. Es sind ja fast meine Kinder bedauert Michaela Baumgartner die ihren Beinamen Mutti der Feuerknirpse zu recht erhalten hat. Seit März durfte kein Kind mehr das Feuerwehrgelände betreten. Auch Sebastian Ortner ist enttäuscht über die wegbleibenden Jugendlichen der kurz erlaubten beiden Gruppenstunden im September.Jeder junge Feuerwehrler will doch Atemschutzgeräteträger oder Maschinist werden und dahin ist ihm nun der Weg versperrt, so Stefan Leder, der sich bei Bürgermeister Siegfried Lobmeier und der Gemeinde für die zur Verfügung gestellten Mundmasken bedankt. Die Kommandanten Manfred Ziegler und Stefan Leder hoffen ebenso wie die für den Nachwuchs engagierten Michaela Baumgartner und Sebastian Ortner, dass von den Verantwortlichen bald und dementsprechend gehandelt wird. Applaudieren dürfte nicht reichen, sonst ist es bald aus mit tatü-tata

 

Bericht Josef Regensperger  

Freiwillige Feuerwehr Osterhofen e.V.

Alfred-Sell-Straße 12
94486 Osterhofen